Charme der Gaslaternen bleibt erhalten

Frage: 

Ende der Gaslaternen?

Auf Beschluss des Senats sollen in ganz Berlin die Gaslaternen abgeschafft werden, eine Maßnahme, die erheblich in die Gestaltung eines Wohnquartiers eingreift. Die Entscheidungsgründe sind für mich nicht nachvollziehbar.

Antwort: 

In der Tat werden in Berlin bis 2016 einige der Gaslaternen durch Elektroleuchten ausgetauscht, allerdings nur ein geringer Anteil: Lediglich 8.000 der insgesamt fast 44.000 Gasleuchten werden ersetzt.

Bei den zu ersetzenden Leuchten handelt es sich um Gasreihenleuchten. Ihr Austausch ist nötig, um die umweltpolitischen Ziele Berlins (konkret: Senkung des Energieverbrauchs der Straßenbeleuchtung um 30-50 %) zu erreichen. Mit dem für 8.000 Gasreihenleuchten verbrauchten Gas lassen sich auf Stromerzeugung umgerechnet etwa 100.000 vergleichbare elektrische Leuchten betreiben. Der Energieverbrauch wird somit um mehr als 90 % reduziert. Die CO2-Emissionen verringern sich um 9.200 Tonnen pro Jahr.

Die Umrüstung wird auch deshalb in diesem Jahr begonnen, weil die betroffenen Leuchten aus den 50er-Jahren stammen und ohnehin hätten ausgetauscht werden müssen.
Gleichwohl teile ich Ihre Einschätzung, dass die Gasleuchten das Berliner Stadtbild prägen und setze mich dafür ein, im Falle eines nötigen Austauschs die gestalterische Wirkung zu erhalten. Im Falle der nun betroffenen Gasreihenleuchten werden deshalb bei der Umrüstung die charakteristischen Peitschenmasten durch formidentische Modelle ersetzt.

Ich habe mich auch bei der in Mariendorf ansässigen Firma BRAUN Lighting Solutions e.K über die vielfältigen technischen Möglichkeiten der Umrüstung informiert. Neben der Form von Mast und Leuchte kann mittels LED-Technik auch der Gasglühkörper dergestalt nachgebildet werden, dass die charakteristische Lichtfarbe des Gaslichts erhalten bleibt. Die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt setzt bei nötigen Umrüstungen auch auf diese Strategie.