Situation Radverkehr entlang der Tempelhofer und Mariendorfer Nord-Süd Routen

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Die Situation für den Radverkehr entlang der Tempelhofer und Mariendorfer Nord-Süd-Routen ist derzeit noch unbefriedigend. Neben der ohnehin starken Auslastung von Tempelhofer und Mariendorfer Damm sowie Rathaus-/Manteuffelstraße kommt als zusätzlicher Risikofaktor für RadfahrerInnen der Schwerlastverkehr hinzu.

Ich bin deshalb bereits im Jahr 2010 tätig geworden und habe gemeinsam mit Bezirksverordneten der SPD ein umfangreiches Konzept erarbeitet. Dieses wurde zu Beginn des Jahres 2011 unter dem Titel „Perspektiven für die Tempelhofer Nord-Süd-Achsen!“ (Drucksache 1565/XVIII) von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Zusammengefasst schlagen wir vor, am TeDamm und MaDamm unter dem Leitbild „vitale Einkaufsstraße“ die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Fokus zu nehmen. Dazu haben wir Maßnahmen wie nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Lärmschutz, Aufstellstreifen für RadfahrerInnen und städtebauliche Aufwertung markanter Plätze entlang des Straßenzugs eingebracht.

Für den Fahrradverkehr haben wir in unserem Konzept die zweite Hauptverkehrsachse Rathaus-/Alarich-/Manteuffel-/Boelckestraße in den Blick genommen. Als verträglich gestaltete Verkehrsachse soll sie zukünftig eine attraktive und sichere Verbindung für den örtlichen und überörtlichen Radverkehr bieten. In der Boelckestraße soll dafür am Anschluss Katzbachstraße ein Angebotsstreifen geschaffen und das Verkehrsraumangebot für den KFZ-Verkehr auf eine Richtungsfahrbahn reduziert werden. An den größeren Kreuzungen werden zur weiteren Absicherung Aufweitungen für Abbieger vorgesehen.

In der in Fahrtrichtung Süden anschließenden Manteuffelstraße soll ein Umbau mit Verlagerung des ruhenden Verkehrs in den Bereich des jetzigen Bürgersteigs sowie die Ausweisung von Angebotsstreifen für RadfahrerInnen im Straßenraum erfolgen. Diese Angebotsstreifen werden dann in der Alarichstraße fortgesetzt. Um das Angebot für den Radverkehr zusätzlich abzusichern, haben wir zum Schutz vor dem KFZ-Verkehr in der stark befahrenen Rathausstraße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h zwischen Ullstein- und Ringstraße vorgeschlagen. Zusätzlich sollen weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Schwerlastverkehr und LKW-Durchgangsverkehr beitragen.

Infolge dieses Beschlusses von 2011 sind wir am Ball geblieben und haben insbesondere auf die Umsetzung der sicheren Radverkehrsverbindung Rathaus-/Alarich-/Manteuffel-/Boelckestraße gedrängt. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat die BVV am 19.09.2012 den Beschluss (Drucksache 0393/XIX) gefasst, zur Errichtung der Radverkehrsanlage einen monatlichen Statusbericht vom Bezirksamt zu erhalten. Es ging uns darum, im Sinne dieser wichtigen politischen Forderung den Druck zur Umsetzung aufrechtzuerhalten.

Nach entsprechenden Vorplanungen konnte zu Beginn des Jahres 2014 eine Zusage über die Finanzierung des Vorhabens durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erreicht werden. Um nach diesem nächsten Schritt weiter am Ball zu bleiben, hat die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung auch in 2014 weitere Initiativen ergriffen (siehe z.B. Antrag zur Umsetzung des Fahrradstreifens in der Boelckestraße, Drucksache 1173/XIX vom 27.08.2014)

Ich werde mich auch weiterhin in enger Abstimmung mit den Bezirksverordneten der SPD für die nötigen Verbesserungen für den Radverkehr und für mehr Aufenthaltsqualität an den Hauptverkehrsachsen einsetzen. Dies ist ein langwieriger aber nötiger Prozess.